Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,
Ende März führte der Schweizerische Brass Band Verband in Bern seine jährliche Delegiertenversammlung durch. Diese stand unter dem angekündigten Wechsel im Präsidium. Nach neunjähriger sehr erfolgreicher Tätigkeit hat Bernhard Matter die Verbandsleitung an Ariane Brun aus Grosswangen übertragen. Damit wird unser Verband erstmals von einer Frau geführt. Der Präsident des Schweizerischen Blasmusikverbandes, Valentin Bischof, nahm persönlich an der Versammlung teil und dankte dem aus dem Amt scheidenden Präsidenten Bernhard Matter im Namen des Dachverbandes für seine langjährige Arbeit und die gute Zusammenarbeit.

Gespannt blicken wir alle auf den Beginn des kommenden Monats Mai, denn Rotterdam und sein bekanntes Konzerthaus «De Doelen» werden als Gastgeberin für den 35. Europäischen Brass Band Wettbewerb vom 4. und 5. Mai mit seinen Side Events die weltweite Brass Band Szene und die besten Bands aus ganz Europa begrüssen können. Unser Land wird bei diesem wichtigen internationalen Brass Band Festival durch die amtierende Schweizermeisterin, das Ensemble de Cuivres Valaisan mit Chefdirigent Jean-François Bobillier vertreten sein. Wir wünschen unserer Schweizermeisterin viel Freude und Erfolg für ihre Auftritte in Rotterdam! Die Organisatoren des EBBC 2012 sind für den Grossanlass bereit und freuen sich, eine grosse Fangemeinschaft aus unserer Szene zu diesem Anlass empfangen zu dürfen.

Ihr Kurt Bohlhalter

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34. Delegiertenversammlung des Schweizerischen Brass Band Verbandes
Die 34. Delegiertenversammlung des Schweizerischen Brass Band Verbandes vom 24. März in Bern stand ganz im Zeichen des Führungswechsels. Präsident Bernhard Matter übergibt sein Amt nach neun Jahren erfolgreicher Verbandsleitung an Ariane Brun aus Grosswangen.

Kurt Bohlhalter

Pünktlich um 10.00 Uhr konnte Bernhard Matter die zahlreich erschienen Delegierten und Gäste zur 34. Delegiertenversammlung des Schweizerischen Brass Band Verbandes begrüssen. Speziell konnte er den Präsidenten des Schweizerischen Blasmusikverbandes, Valentin Bischof, als Gast begrüssen. Erfreulich war, dass 45 Delegierte den Weg nach Bern gefunden haben und 32 Verbandsmitglieder vertraten. Wie gewohnt wurden die geschäftlichen Traktanden klar und speditiv vorgetragen und behandelt. Nach der Kenntnisnahme des Jahresberichts des Präsidenten, dem Kassabericht und der Genehmigung des Berichts der Revisoren, stand das Haupttraktandum Wahlen auf dem Programm. Bernhard Matter, der noch amtierende Präsident, hatte bereits vor einem Jahr seine Absicht bekanntgegeben, nach Ablauf der aktuellen Amtsperiode auf die diesjährige Delegiertenversammlung seine Demission einzureichen und einer neuen Kraft den Weg freizumachen. Auf seinen Vorschlag wählte die Delegiertenversammlung mit Ariane Brun aus Grosswangen die erste Frau als Präsidentin an die Spitze des Verbandes.

Da keine weiteren Demissionen eingingen, konnten die bisherigen Mitglieder des Vorstands, Kurt Bohlhalter, Hans Burkhalter, Guillaume Fournier, Régis Gobet, Jeannine Häfliger und Michael Zoppas, in Globo für weitere zwei Jahre in ihren Funktionen bestätigt werden. Neu wurde Andreas Zoppas aus Saanen in den Vorstand gewählt. Er wird nach dem SSQW 2012 von Lens das Amt des Präsidenten des Nationalen Komitees für den SSQW von Michael Zoppas übernehmen und dieses im Verbandsvorstand vertreten.

Nach der Wahl von Ariane Brun zur neuen Verbandspräsidentin übernimmt Régis Gobet das Amt des Vizepräsidenten. Bernhard Matter informierte abschliessend über die vom Vorstand vorgenommen Neuwahlen in die Kommission des Verbandes:
Musikkommission: Hans Burkhalter (Präsident), Armin Bachmann, Corsin Tuor und Bertrand Moren.
OK SBBW: Kurt Bohlhalter (Präsident), Michel Caccivio und Eric Burkhard.
Nationales Komitee für den SSQW: Andreas Zoppas (Präsident), Vincent Baroni, Juliana Bender, Kurt Bohlhalter, Rodolph Moser, Anouk Pellaud, Lionel Walter und Michael Zoppas.

Mit grosser Spannung warteten die Anwesenden auf die angekündigte Bekanntgabe der Aufgabestücke für den 38. Schweizerischen Brass Band Wettbewerb 2012, welcher am 24. und 25. November im Montreux Music and Convention Centre durchgeführt werden wird. Hans Burkhalter, Präsident der Musikkommission stellte die für dieses Jahr bestimmten Aufgabestücke vor:

Höchstklasse Rush Hour
(Auftragskomposition)
und ein Selbstwahlstück
Etienne Crausau (CH)

(keine Transkription)
1. Klasse Salome Gareth Wood (GB)
2. Klasse Cross Patonce Goff Richards (GB)
3. Klasse Clouds Bertrand Moren (CH)
4. Klasse Fanfare Diversions John Golland (GB)

 

 

 

 

 

 

Bernhard Matter, der 17 Jahre im Vorstand des SBBV – davon neun Jahre als Präsident – tätig war, wurde zum Dank für seine geleisteten Dienste zum Ehrenmitglied ernannt. Weiter wurden Walter Sieber, mit 35 Jahren aktiv als Vorstandsmitglied und Revisor sowie Eduard Walter für ihre grossen Verdienste zum Wohle des Verbandes zu Ehrenmitgliedern ernannt. Im Verschiedenen überbrachte der Präsident des Schweizerischen Blasmusikverbandes, Valentin Bischof, die Grüsse des Dachverbandes und informierte über die zahlreichen Aktivitäten des SBV. In seinen Ausführungen standen zwei Punkte im Vordergrund, einerseits die weitere Entwicklung der Initiative zur Förderung von Jugend & Musik und andererseits das 150-Jahr-Jubiläum, welches der Verband in diesem Jahr begehen kann. Zum Abschluss seiner Grussbotschaft gratulierte er der neu gewählten Präsidentin zur neuen Aufgabe und dankte dem scheidenden Präsidenten Bernhard Matter für seine grosse Arbeit und überreichte ihm im Namen des Schweizerischen Blasmusikverbandes ein Erinnerungsgeschenk.

Um 11.40 Uhr konnte Bernhard Matter als letzte Amtshandlung die Versammlung schliessen.

Bernhard Matter
wurde 1995 in den Vorstand des SBBV gewählt. 1999 übernahm er das Amt des Vizepräsidenten und 2003 wurde er zum Verbandspräsidenten gewählt.

1999 wurde das Nationale Komitee für den SSQW in den SBBV eingegliedert und Bernhard Matter übernahm das Präsidium dieser Organisation. Er schaffte die Eingliederung und Stabilisierung dieses Komitees als Kommission des Verbandes. Zu seinen weiteren wichtigen Errungenschaften innerhalb seiner Tätigkeiten im Verbandsvorstand zählen die Erarbeitung einer klaren Organisationsstruktur des Verbandes mit entsprechender Statutenänderung. Die Übernahme der Organisation des Schweizerischen Brass Band Wettbewerbs in Eigenregie des Verbandes und als Höhepunkt seiner Amtszeit als Präsident die erfolgreiche Durchführung des EuroFestivals 2011 in Montreux. Seit 2007 ist Bernhard Matter als Revisor beim Europäischen Brass Band Verband tätig.

Daneben hat Bernhard Matter während vielen Jahren als Präsident die Jugend Brass Band Graubünden geführt.

Ariane Brun
Sie hat mit neun Jahren angefangen, Cornet zu spielen, damals noch im Berner Jura, wo sie aufgewachsen ist. Später hat sie im Kanton Aargau die Dirigentenkurse Unterstufe, Mittelstufe und Oberstufe erfolgreich abgeschlossen und mit 23 Jahren wurde sie Dirigentin der Musikgesellschaft Wölflinswil (Fricktal). Zwei Jahre später zog sie in den Kanton Luzern, wo sie fast zehn Jahre lang die Musikgesellschaft Hergiswil am Napf dirigierte (3. Klasse Brass Band). Seit vielen Jahren spielt sie in der Brass Band Frohsinn Grosswangen Solo Es-Horn und ist auch seit acht Jahren deren Präsidentin. Sie ist verheiratet, hat zwei Söhne im Alter von 12 und neun Jahren (beide musikalisch aktiv). Zusammen mit ihrem Ehemann führt sie ein Dachdecker- und Spenglereigeschäft in Grosswangen. Nebst dem Musizieren fährt sie leidenschaftlich gerne Ski. 2006 wurde sie als Sekretärin in den Vorstand des SBBV gewählt und 2010 übernahm sie das Amt der Verbands-Vizepräsidentin. Sie war gleichzeitig im OK des EuroFestivals 2011 für die Administration zuständig.

 

 

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Robert Childs verlässt die Cory Band
Robert Childs hat nach beinahe 12-jähriger sehr erfolgreicher Tätigkeit bei der Cory Band seine Demission als Chefdirigent eingereicht.

Seine Erfolge mit der Cory Band sind unbestritten. Er führte die Band zur weltbesten Wettbewerbsband. Seit seinem Antritt des Postens bei der Band ist er bei 54 Wettbewerben angetreten und hat dabei 23 erste Plätze, elf zweite Plätze und 13 dritte Plätze erreicht. Er hat also nur gerade bei sieben Wettbewerbsauftritten einen Podiumsplatz verpasst. Unter seinen grossen Titeln finden sich drei europäische Titel, neun walisische Regionaltitel, fünf British Open Titel und einen British National Titel und ist derzeit amtierender British Open Champion und walisischer Champion. Seinen letzten Wettbewerbsauftritt mit der Band wird Robert Childs am 4. und 5. Mai beim Europäischen Brass Band Wettbewerb in Rotterdam bestreiten.

Für seine Zukunft hat Robert Childs noch keine konkreten Pläne bekanntgegeben. Er will sich allerdings etwas mehr Zeit für seine Aufgaben beim Royal Welsh College of Music and Drama nehmen und ist sich sicher, dass nach Bekanntwerden, dass er als Dirigent nicht mehr fest an eine Band gebunden ist, einige Anfragen an ihn herangetragen werden.

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Grosser Erfolg für die musizierende Jugend:
Luzerner Solo- und Ensemblewettbewerb in Hitzkirch
Florian Lang (Foto) aus Ruswil heisst der Gesamtsieger des 20. Luzerner Solo- und Ensemblewettbewerbs. Auf Platz zwei folgt der virtuos spielende Oboist Salomo Schweizer aus Perlen und Platz drei errang die Querflötistin Eva Maria Felder aus Schüpfheim.

Roger Aeschlimann

Natürlich haben alle der 402 angemeldeten Musikantinnen und Musikanten Talent. Denn mitmachen können nur Mitglieder von Musikvereinen im Kanton Luzern. Und der ist neben dem Kanton Wallis DIE Blasmusik-Hochburg in der Schweiz. So ist denn auch der Nachwuchs im Kanton Luzern überdurchschnittlich zahlreich und er spielt auf einem sehr hohen Niveau.

In der Kategorie Beginners messen sich die Jüngsten. Sie sind zwischen 9 und 13 Jahre alt. Ihre Stücke tragen sie vor Publikum vor. Die Jury, bestehend aus namhaften Musikexpertinnen und -experten, sitzt hinter einer blickdichten Stoffwand und bewertet die Blasmusikvorträge nach klaren Kriterien. Es wird grossen Wert auf eine faire Bewertung gelegt.

Die interessierten Besucherinnen und Besucher zirkulieren von Konzert zu Konzert. Es kann zwischen Vorträgen für Posaune, Bass-Tuba, Cornet, Flügelhorn, Trompete, Waldhorn, Klarinette, Saxophon und Querflöte wählen. Die Stimmung auf dem Areal ist anregend und entspannt. Die 1’500 bis 2’000 Besucherinnen und Besucher sind vom Können und vom Charme der jungen Musikantinnen und Musikanten begeistert.

99 von 100 Punkten erreicht
Ein eindrückliches Beispiel, ist der 14-jährige Posaunist Manuel Zemp (Foto) von der JBB Neuenkirch. Er erreichte in der Kategorie C, Posauen, mit dem Vortragsstück Concertino 2. & 3. Satz von Lars-Erik Larsson 99 von 100 möglichen Punkten. Mit dieser Wertung war er am Samstag der Sieger in seiner Klasse. Dieses Glanzresultat sprach sich schnell herum. Als bekannt wurde, dass Manuel Zemp als Anerkennung für seine Leistung am Sonntag erneut in der Kategorie B starten darf, wollten viele das Jungtalent erleben. Der Vortragssaal war bis auf den letzten Platz besetzt. Mit einer super Leistung brillierte er erneut und belegte sogar in der Kategorie B den dritten Rang.

Galakonzert am Samstag
Die BML Talents ist die «Nachwuchsband» der Brassband Bürgermusik Luzern. Sie trat am Samstag in der Turnhalle in Hitzkirch auf und gab ein Galakonzert. Das Publikum war begeistert von der hervorragenden Qualität der Stücke. Spannendes Finale und Siegerehrung in der Kirche Nach zwei strengen Wettbewerbstagen fand die Schlussehrung in der Kirche St. Pankratius statt. Die Brassband Bürgermusik Luzern sorgte für den feierlichen Rahmen und gab ein hochstehendes Abschlusskonzert, das von ca. 600 Besucherinnen und Besuchern begeistert verfolgt wurde.

Sechs Nominierte kämpften im Final um den Gesamtsieg: Simon Vogel aus Schwarzenbach (Cornet), Eva Maria Felder aus Schüpfheim (Querflöte), Reto Matter, der letztjährige Sieger aus Luzern (Es Tuba), Tobias Vogel aus Schwarzenbach (Alt Horn), Salomo Schweizer aus Perlen (Oboe) und Florian Lang aus Ruswil (Euphonium).

Mehr können Sie in der aktuellen Ausgabe der BB-Zeitschrift lesen...

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Aus der Sicht der Juroren Teil 5
In den letzten Jahren gab es innerhalb der Brass Band Bewegung im Vereinigten Königreich immer wieder Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf Bewertungen und Experten. Rodney Newton recherchiert das Thema und spricht mit einigen prominenten Experten aus Grossbritannien über ihre Sichtweise.

Rodney Newton

Während seiner langjährigen Tätigkeit im Bereich der britischen Brass Band Bewegung hat sich Richard Evans sowohl als Cornetist wie auch als Dirigent einen hervorragenden Namen geschaffen und Weltruf erlangt. Er leitete während vielen Jahren sehr erfolgreich die Leyland Band und hat in den letzten Jahren mit der Grimethorpe Colliery Brass Band sowie mit der Schottischen Nationalen Jugend Brass Band grosse Erfolge erzielt. Natürlich ist er auch ein sehr erfahrener und gerngesehener Juror in der Box. Seine Karriere als Juror begann er in den 1960er Jahren. In Bezug auf seine eigenen Vorlieben als Juror sagte er: «Ich kann selbstverständlich im Team arbeiten, doch ziehe ich es vor, als Juror alleine zu arbeiten. Wenn bei einem Wettbewerb ein Aufgabestück vorgeschrieben ist, dann studiere ich dieses eingehend und arbeite auch mit einer oder mehreren Bands aktiv daran, damit ich mich mit den möglichen Schwierigkeiten des Werks vertraut machen kann. Wenn es sich aber um einen Wettbewerb mit Selbstwahlstücken handelt, kenne ich auf Grund meines fortgeschrittenen Alters in der Regel die zu bewertenden Werke, oder wenn nicht, studiere ich diese eingehend. Das System, welches ich einsetze, ist ganz einfach mein eigenes, das heisst, ich schreibe zu jedem Vortrag meinen eigenen Kommentar über das Gehörte. Ich beginne nicht mit der Einordnung der Vorträge in eine Rangliste bevor ich nicht fünf Vorträge gehört habe, dann beginne ich mit dem Vergleichen und verteile provisorische Punkte. Diese Punktzahlen können später geändert werden. Ich ziehe die Zuteilung von Punkten jeder anderen Form vor und ich ziehe auch die Arbeit in der geschlossenen Box der offenen Jurierung vor. Es bereitet mir keine Mühe, die beste und die schlechteste Performance zu identifizieren, doch die vielen mittelmässigen Aufführungen in die korrekte Reihenfolge zu setzen, ist schwierig. Ich würde es vorziehen, wenn ich nur die Plätze 1, 2, 3, 4, 5 und dann 19, 20, 21 und schliesslich 22 vergeben müsste und die restlichen Bands mit der gleichen Punktzahl in einer Gruppe zusammenfassen könnte. Die schlechteren Leistungen stechen normalerweise heraus, doch stelle ich fest, dass beim Versuch, nett und sympathisch zu schlechtem Spiel zu sein, es immer schwieriger wird, bessere Versionen korrekt einzuordnen.» ...

Seit seiner Tätigkeit als Dirigent in der Championship Section, hat sich der Absolvent der Bristol Universität, Philip Harper, in der Wettbewerbsszene sowohl als Dirigent, als auch als Komponist von Teststücken und als Juror einen Namen geschaffen. Er erklärte zu seinen Aktivitäten als Juror: «Vor rund sechs Jahren entschied ich mich für die Aufnahme der Tätigkeit als Juror und ich sandte ein Aufnahmegesuch an den Verband für Brass Band Juroren, welcher damals unter dem Präsidium von Dr. Roy Newsome stand. Ich verfügte über keine spezielle Ausbildung als Juror, doch auf Grund meines Lebenslaufs, welcher mehrere Jahre als Prüfungsexperte bei Schulen auswies, wurde ich aufgenommen. Ich ziehe es vor, alleine als Juror zu arbeiten. Dies, weil ich es vorziehe, mich auf mein eigenes Urteilsvermögen zu verlassen und mich nicht gerne durch andere Leute beeinflussen zu lassen. Vor einem Wettbewerb setze ich sehr viel Zeit für die Analyse der Partitur ein. Ich verwende kein bestimmtes System, doch stütze ich mich auf meine Ausbildung als Prüfungsexperte, in welcher ich lernte, wie ein Bewertungstag zu organisieren ist. Mit anderen Worten: welchen Papierstapel man wo platziert, wie man eigene Notizen verfasst und sie im Verlauf des Wettbewerbs vergleicht sowie das Führen einer Zusammenfassung, um stets den Überblick über das Ganze bewahren zu können. Es ist übrigens meines Erachtens eine Erfahrung, von welcher so mancher Juror profitieren könnte. Ich bin überzeugt, dass das Verteilen von Punkten ein sehr taugliches Instrument ist und dem Juror einen guten Mechanismus zur Verfügung stellt, um Abstände zwischen den Bands festzuhalten. Für Jugendwettbewerbe ist möglicherweise das System mit Gold-, Silber- und Bronze-Auszeichnungen am geeignetsten – sicher am ermutigsten. »...

Ein Vertreter der jüngeren Generation von Juroren, der praktisch während seiner ganzen Karriere in der Brass Band Szene tätig war, ist Brett Baker. Er ist Prinzipal Posaunist der Black Dyke Band. Diese Position erfüllte er zuvor bereits bei der Williams Fairey Band und bei der Flowers Band. Er ist aber auch sehr bekannt als Referent bei Meisterkursen. Er sandte seinen Beitrag zu diesem Artikel von seiner kürzlichen Tournee aus Japan.

Er begann seine Tätigkeit als Juror 1999, als er eine Anfrage als Juror für die 3. Klasse beim Wychaven Entertainment Contest erhielt. Davor hatte er sich mit der Technik der Bewertung in einem Seminar, welches Dr. Roy Newsome leitete, vertraut gemacht. Zur Frage sagte er: «Wenn ich juriere, dann vorzugsweise im Team. Bei einem Wettbewerb mit einem Aufgabestück bereite ich mich durch intensives Studieren der Partitur vor und stelle sicher, dass ich das betreffende Werk auch rückwärts kenne. Bei einem Unterhaltungswettbewerb erhalte ich die Partituren am Tag des Wettbewerbs und normalerweise kenne ich die meisten der ausgewählten Stücke; diejenigen, die ich nicht kenne, studiere ich dann am Morgen des Wettbewerbs. Ich bediene mich der Technik von Roy Newsome und höre die erste Band, dann bewerte ich die weiteren Bands entsprechend ihrer Leistung. Ich verwende auch ein Kontrollblatt mit 20 Punkten, welches ich für die Verteilung von Punktzahlen verwende. Das eine Blatt dient zum Erstellen der Rangliste und das andere zur Zuordnung der Punktzahl und bis heute haben beide Blätter zu den gleichen Ergebnissen geführt. Ich ziehe die Zuteilung einer Punktzahl der Abgabe eines qualitativen Kommentars und Einordnung der Bands in Gruppen vor. Für mich macht es keinen Unterschied, ob ich in einer Box oder offen arbeite – ich fühle mich in beiden Systemen wohl.»...

Ebenfalls ein Mitglied der jüngeren Generation von Juroren ist Simone Rebello. Sie ist bestens bekannt als aussergewöhnliche Solo Perkussionistin und als Gründungsmitglied des preisgekrönten Backbeat Percussion Quartet. Sie leitete das Perkussionsregister der Foden’s Band bei unzähligen Anlässen sehr erfolgreich. Ihr Kommentar lautete: «Bevor ich mit dem Bewerten von Brass Band Wettbewerben begonnen habe, war ich bereits als Expertin bei verschiedenen anderen musikalischen Wettbewerben tätig. Darunter waren verschiedene Perkussions-Wettbewerbe, der BBC Young Musician of Year Wettbewerb, der WMC in Kerkrade, Blasorchester-Wettbewerbe wie der Final des Nationalen Concert Band Wettbewerbs, den Lloyd’s TSB Cardiff Schul-Wettbewerb, den Royal Liverpool Philarmonic Orchestra Young Musician Wettbewerb und verschiedene Pop- und Jazzmusik-Wettbewerbe. Ich war auch Prüfungsexpertin an der Königlichen Musikhochschule (RNCM) in Manchester und an der Royal Academy of Music in London. Zuvor war ich auch als Jurorin beim BBC Radio2 Brass Band Wettbewerb tätig. Die ersten Jahre nach Gründung des Verbandes für Brass Band Juroren (ABBA) hatte mich Roy Newsome zur Generalversammlung des Verbandes eingeladen, um einen Vortrag über die Bewertung der Perkussion im Wettbewerb zu halten. Kurz darauf sass ich neben ihm als Jurorin bei einem Unterhaltungswettbewerb, bei welchem er für die Bewertung der musikalischen Leistung und ich für die Bewertung des Unterhaltungsfaktors zuständig waren. Ich hatte das grosse Glück, dass ich während Jahren immer zusammen mit einem der führenden Juroren arbeiten konnte und ich nutzte diese Gelegenheiten, um meine eigenen Erfahrungen als Perkussionistin der Foden’s Band unter den Dirigenten Howard Snell und Nicholas Childs zu erweitern. Ich arbeite gerne alleine als Jurorin doch ziehe ich die Arbeit im Team vor. Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die ein Maximum an Konzentration erfordert, also schätze ich es, mit einem Kollegen zusammen in der Box zu sitzen um fokussiert zu bleiben. »...

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Dies beschliesst nun unser Forum über die Aspekte der Bewertung und ich möchte allen Beteiligten meinen herzlichsten Dank für ihre Beiträge aussprechen. Wie auch immer, der Schlusssatz zu diesem Thema muss unserem ‘Veteran-Juroren’ Geoffrey Brand vorbehalten bleiben, der die Frage nach dem wichtigsten Aspekt der Bewertung wie folgt beantwortete: «Ein schnelles Auto beim Bühnenausgang nach dem Ende des Wettbewerbes!»